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View Full Version : Sinn von Kirchen und Opern


Reka
07-02-2007, 18:03
Ich habe darüber nachgedacht, ob man durch Bau von großen öff. Gebäuden eher Platz spart oder Platz verschwendet. Da man die grösseren Gebäude ja als "Belohnung" für den gesellschaftlichen Aufstieg kriegt, wäre es ja eigentlich konsequent, dass sie den verfügbaren Platz besser ausnutzen.

Die grösseren nehmen ja mehr Platz weg, auf dem kostbare Häuser stehen könnten, dafür braucht man andererseits weniger davon. Es ist also nicht so klar, was besser ist. Zumindest wenn man die Städte mit irgendeiner regelmäßigen Struktur baut, ist der Anteil der Fläche, die die Gebäude einer Art insgesamt besetzen, proportional zum Flächenverbrauch eines dieser Gebäude dividiert durch den Radius des Einzugsbereichs zum Quadrat.

Der Proportionalitätsfaktor hängt davon ab, wie man baut; am dichtesten wäre mit einem Wabenmuster wie etwa hier
http://www.charlesgilchrist.com/SGEO/images/Fig09.gif
dargestellt, dann wäre er 1/2.6. Viele Leute bevorzugen stattdessen Quadrate, dann wäre er 1/2.
(Edit: Das Bild stellt eigentlich nicht wirklich dar, wie ich das Muster meine...eher wie hier, mit gleichgroßen Kreisen halt:
http://www.math.tu-berlin.de/geometrie/ddg/images/hexpattern.png
und so völlig unabhängig für jede Gebäudeart über die Stadt verteilt)
Wie auch immer ist das entscheidende Maß Flächenverbrauch eines dieser Gebäude dividiert durch den Radius des Einzugsbereichs zum Quadrat. Mit dem Faktor 1/2.6 findet man für diesen Wert und für die Betriebskosten durch Stadtfläche


Gebäudeart Anteiliger Platzverbrauch,Kosten durch Stadtfläche

Kapelle 0.0178, 0.0119
Kirche 0.0205, 0.0171

Schule 0.0160, 0.0213
Uni 0.0148, 0.0246

Schauspielhaus 0.0154, 0.0192
Oper 0.0171, 0.0456


D.h. das einzige große Gebäude, das wirklich Platz spart und mehr Häuser auf derselben Fläche abdeckt, ist die Uni. Wobei die Werte allerdings auch nicht so weit auseinanderliegen, ich finde es nur frappierend, dass die großen Gebäude nicht im Gegenteil *viel* besser sind. Betriebskosten haben sie alle mehr, insbs. natürlich die Oper.

Die ästhetischen Gründe sind also die einzigen für den Bau von Kirche und Oper (und man kann es bequemer finden, bei diesen Gebäudearten weniger justieren zu müssen). Wirtschaftlich bringen sie in jeder Hinsicht nur Verluste. Einen großen Unterschied macht es aber auch nicht.

MyNameIsGump
07-02-2007, 19:11
Full Ack.
Mal abgesehen davon sind Oper und Kirche auch noch schraeg und passen sich irgendwie gar nicht ins Gesamtbild (im Gegensatz zu Uni und Senat). Ich lach mich irgendwie immer kringelig wenn aus der Oper so ein besoffenes Paar rauskommt, passt mehr zum Schauspielhaus ;)

Sue
07-02-2007, 20:46
Ich habe darüber nachgedacht, ob man durch Bau von großen öff. Gebäuden eher Platz spart oder Platz verschwendet. Da man die grösseren Gebäude ja als "Belohnung" für den gesellschaftlichen Aufstieg kriegt, wäre es ja eigentlich konsequent, dass sie den verfügbaren Platz besser ausnutzen.

Die grösseren nehmen ja mehr Platz weg, auf dem kostbare Häuser stehen könnten, dafür braucht man andererseits weniger davon. Es ist also nicht so klar, was besser ist. Zumindest wenn man die Städte mit irgendeiner regelmäßigen Struktur baut, ist der Anteil der Fläche, die die Gebäude einer Art insgesamt besetzen, proportional zum Flächenverbrauch eines dieser Gebäude dividiert durch den Radius des Einzugsbereichs zum Quadrat.

Der Proportionalitätsfaktor hängt davon ab, wie man baut; am dichtesten wäre mit einem Wabenmuster wie etwa hier
http://www.charlesgilchrist.com/SGEO/images/Fig09.gif
dargestellt, dann wäre er 1/2.6. Viele Leute bevorzugen stattdessen Quadrate, dann wäre er 1/2. Wie auch immer ist das entscheidende Maß Flächenverbrauch eines dieser Gebäude dividiert durch den Radius des Einzugsbereichs zum Quadrat. Mit dem Faktor 1/2.6 findet man für diesen Wert und für die Betriebskosten durch Stadtfläche


Gebäudeart Anteiliger Platzverbrauch,Kosten durch Stadtfläche

Kapelle 0.0178, 0.0119
Kirche 0.0205, 0.0171

Schule 0.0160, 0.0213
Uni 0.0148, 0.0246

Schauspielhaus 0.0154, 0.0192
Oper 0.0171, 0.0456


D.h. das einzige große Gebäude, das wirklich Platz spart und mehr Häuser auf derselben Fläche abdeckt, ist die Uni. Wobei die Werte allerdings auch nicht so weit auseinanderliegen, ich finde es nur frappierend, dass die großen Gebäude nicht im Gegenteil *viel* besser sind. Betriebskosten haben sie alle mehr, insbs. natürlich die Oper.

Die ästhetischen Gründe sind also die einzigen für den Bau von Kirche und Oper (und man kann es bequemer finden, bei diesen Gebäudearten weniger justieren zu müssen). Wirtschaftlich bringen sie in jeder Hinsicht nur Verluste. Einen großen Unterschied macht es aber auch nicht.

smile
ich warte nur darauf, dass jemand seine diplomarbeit über anno schreibt...:go:

Kornmuster
07-02-2007, 22:56
Hallo,Sue

Ist aber sehr wichtig und entscheidend beim Rekordbauen.Man gewinnt etwa 5-10 Häuser bei insgesamt etwa 830 Ari-Häuser auf einer Insel.Die Rekordergebnisse liegen alle bei 33.??? Einwohner,bei 10 Häuser sind das 400 Aris,und da ist man Gewinner oder nur zweiter.Nach 3 Monaten Arbeit wirklich ärgerlich.
Kapelle und Schauspielhaus setzte ich für den Stadtrand ein da der kleinere Einzugsberreich wegen dem Gebirge genügsam ist.Und wegen der Landschaft bringen 2 Kapellen mehr Einzugsbereich als 1 Kirche.Und eine Kapelle mit 5x3 Felder und ein Markthaus 4x4 ergibt in einer Richtung 9 Felder so wie 3 Häuser 3x3.Somit ist man weiter synchron mit den Häusern daneben.Schwer zu überzeugen,aber es bringt manchmal glücklicherweise ein Haus mehr am Ufer !!
Die Landschaft ist eher der Entscheidungsgrund für welches Gebäude.

Tschau

Micky
08-02-2007, 08:01
Die anderen scheinen irgendwie klüger zu sein als ich, mal zum Verständnis:

Anteiliger Platzverbrauch von 0.0178 einer Kapelle bedeutet, man verbraucht 1.78 % des gesamten bebauten Platzes für Kapellen.

Berechnet wird dies duch

flächenverbrauch * 1/2,6 ?

Dann ergäbe sich ja bei der Kapelle:

x*1/2,6=0.0178, somit hat eine Kapelle einen Flächenverbrauch von 0.04628 ? Was bedeutet dies nun ?

Interessant ist der Aspekt wirklich, wenn man an das Rekordbauen denkt!

Reka
08-02-2007, 09:07
Anteiliger Platzverbrauch von 0.0178 einer Kapelle bedeutet, man verbraucht 1.78 % des gesamten bebauten Platzes für Kapellen.

Genau.

Berechnet wird dies duch

flächenverbrauch * 1/2,6 ?

Dann ergäbe sich ja bei der Kapelle:

x*1/2,6=0.0178, somit hat eine Kapelle einen Flächenverbrauch von 0.04628 ? Was bedeutet dies nun ?

Eine Kapelle steht auf 5*3=15 Feldern. Ihr Einflußbereich reicht 18 Felder weit, von ihrem Mittelpunkt aus gemessen (habe ich aus einer Tabelle von N_Anno aus dem Tabellenthread), deckt also je nach Bauweise ein Vielfaches von 18^2 Feldern ab. Bestenfalls eine Scheibe der Größe pi*18^2, aber für eine größere Stadt käme das ja nie so vor. Bei der Waben-Methode wären es 2,6*18^2. Der Anteil aller von Kapellen besetzen Felder an der Gesamtfläche der Stadt ist dann

15/(2,6* 18^2)=1,78%.

Der Faktor 2,6 ist dabei nur so eine persönliche Präferenz von mir, für den Vergleich der Gebäude untereinander spielt er keine Rolle. Am Rand ist der Effekt, wie Kornmuster sagt, noch viel ausgeprägter, weil alle Bauwerke immer noch den selben Platzverbrauch haben, aber der Unterschied der Einzugsbereiche noch kleiner ist. Aber sogar im idealsten Fall mittendrin müsste die Stadt schon eine sehr merkwürdige Form haben, damit sich Kirche und Oper lohnen.

Micky
08-02-2007, 13:24
Dieser Nennerfaktor 2,6 liegt also genau zwischen 1 (wenn der Einflussbereich quadratisch genutzt werden könnte) und 3.14 (wenn der Einflussbereich exakt Kreisförmig genutzt werden könnte).

Wie kommt man nun auf diese 2,6 bei der Wabenstruktur ? Wieso lässt sich die Fläche besser nutzen als bei einem Kreis, liegt das an der Quadratur ?

Eigentlich müsste ja noch berücksichtigt werden, dass die Kapelle nicht an diesen wabenorientierten Platz unbedingt gestellt werden kann, dann hätte man einen höheren Kapellenanteil, oder ?

Es bestehen da Interdependenzen zu der Anordnung der notwendigen anderen Gebäude, es sei denn, es gelingt, deren Wabenanordnung so zu gestalten, dass jedes dieser Gebäude auf einer eigenen Wabenebene läge.

In der Tat ein interessantes Diplomthema...

Reka
08-02-2007, 16:56
Dieser Nennerfaktor 2,6 liegt also genau zwischen 1 (wenn der Einflussbereich quadratisch genutzt werden könnte) und 3.14 (wenn der Einflussbereich exakt Kreisförmig genutzt werden könnte).

Für quadratische Einzugsbereiche ist der Faktor 2; weil der Durchmesser des Quadrats (von Ecke durch den Mittelpunkt zur gegenüberliegenden Ecke) dann ja das zweifache des Radius ist.

Wie kommt man nun auf diese 2,6 bei der Wabenstruktur ? Wieso lässt sich die Fläche besser nutzen als bei einem Kreis, liegt das an der Quadratur ?

Die 2.6 sind der Flächeninhalt eines Sechsecks vom Radius 1
http://de.wikipedia.org/wiki/Sechseck
(genauer 3/2*Wurzel(3) ). Dass kreisförmige Gebiete eine Ebene am dichtesten überdecken, wenn sie sich gerade so überlappen, dass jeder Kreis gerade ein Sechseck in dieser Secheckpflasterung umschreibt, ist ein mathematischer Satz von 1910
http://page.mi.fu-berlin.de/wardetzk/kepler/
Thue, Axel:
Über die dichteste Zusammenstellung von kongruenten Kreisen in einer Ebene. (x)
Christiania Vid.-Selsk. Skr. 1910, Nr. 1, 9 S.

Eigentlich müsste ja noch berücksichtigt werden, dass die Kapelle nicht an diesen wabenorientierten Platz unbedingt gestellt werden kann, dann hätte man einen höheren Kapellenanteil, oder ?

Klar, und natürlich wird es perfekt nie auf einer Insel einzupassen sein. Der Kapellenanteil würde sich aber nur sehr wenig erhöhen, die anderen Kapellen müssen nur auch passend gerückt werden. Kleine Veränderungen machen bei dem Muster nicht viel.

Es bestehen da Interdependenzen zu der Anordnung der notwendigen anderen Gebäude, es sei denn, es gelingt, deren Wabenanordnung so zu gestalten, dass jedes dieser Gebäude auf einer eigenen Wabenebene läge.

Die Wabenanordnungen können ja für jede Gebäudeart völlig unabhängig gestaltet werden, auch verdreht usw., das gibt viel Spielraum, um Treffpunkte zu vermeiden. Und Gebäude mit dem gleichen Einzugsradius kann man widerum prima in der ganzen Stadt nebeneinanderstellen, z.B. das Markthaus und das Schauspielhaus, die Feuerwehr und den Medikus oder Dorfplatz-Uni-Senat.

Eshme
11-02-2007, 01:52
Tolle Rechnung ..ääähhh
lol die grossen Gebäude passen mir besser zwischen die Häuser.

Freak-411
11-02-2007, 10:48
Tolle Rechnung ..ääähhh
lol die grossen Gebäude passen mir besser zwischen die Häuser.
stimmt allerdings :go: geht mir genauso :lol: