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View Full Version : Betatests


Seekuh-9te
03-11-2004, 15:53
Netter Link zum Thema, mir wird jetzt so einiges klarer. :D

http://gameswelt.de/community/kolumnen/

Webmaster
03-11-2004, 16:00
guter artikel!
verhält sich leider in der ps2.net beta nicht anders ;( zumal sich bestimmte clans aufgrund ihrer "leistung" in anderen games ein besonderes mitsprache recht einräumen.

die frage ist nur, wie kann man sowas, wie im artikel genannt, besser steuern.
fragebögen kann man faken. foren zu flamen.

Seekuh-9te
03-11-2004, 16:52
Seine Tester sorgfälltiger auswählen, bei der Altersfrage vielleicht ne BPA Nummer anfordern oder gar ne Kopie des BPA`s , da hats sichs dann meistens ausgefaked, weil glaube kaum, daß jemand nem anderen seinen BPA ausleiht damit er dann unter seinem Namen eventuell Schindluder treiben kann.
Gefundene Bugs über Mail melden lassen, vielleicht auch mal absichtlich einen Bug mehr einbauen, quasi ein kontrollierter Bug den keiner übersehen kann, wer den dann nicht per Mail meldet wird aussortiert und kommt auf die Liste unbrauchbarer Tester.
Oder vielleicht demjenigen der die meisten Bugs findet einen "Preis" anbieten, muß ja keine Million Euro sein, kleine Anerkennungen vergrößern die Freundschaft, vielleicht anstatt des üblichen signierten Games ein weiteres zusätzliches für den Bugfinderkönig, oder nen Gutschein. Sowas könnte den Kampfgeist oder die Bugfindegeilheit doch anregen.
Bestimmt haben Foren ihren großen Vorteil wenns um Verbesserungen geht die nur aus ner Diskussion heraus entstehen können, aber meiner Meinung nach sollte man Feedback wie Verbesserungsvorschläge auch per Mail einfordern und diese dann in nem eingerichteten Testerforum von der breiten Masse der Tester ausdiskutieren lassen, wobei dann bestimmt auch noch einige gute Dinge dazu kommen die vielleicht teilweise unrunde Vorschläge abrunden könnten.

Allerdings sollte man als Publisher vorher mal verlauten lassen, für welche Zielgruppe man Games entwickeln möchte, also ob für die Kiddies die sich ein Game kaufen, dies in 3-5 Tagen durchziehen und es dann in die Ecke werfen um sich das nächste Game einzuverleiben, oder eben für die ältere Generation der Zocker die auf Games mit Tiefe, Benutzerfreundlichkeit und Langzeitspielspaß abfährt im SP wie im MP, und wenn ich Langzeitspielspaß sage, meine ich damit nicht 3 Monate oder ein halbes Jahr, sondern mehrere Jahre.
Siehe Beispiele wie AoE, Stronghold und all die älteren Spiele, die heute noch selbst nach Jahren die Community begeistern.
Mit Sicherheit liegt auch das seltsame Verhalten einiger Tester daran, daß sich die Leute durch den "Müll" der teilweise die letzten Jahre auf den Markt geworfen wurde von den Publishern und Co. ziemlich verschaukelt fühlen , also sollte man erstmal versuchen mit Maßarbeit und gutem Willen wieder das Vertrauen zurück zu gewinnen. Früher ging es ja schließlich auch.
Das beste Beispiel das Betatests nach großen Fehlern in der Vergangenheit durchaus auch wieder funktionieren können ist ja wohl inzwischen Ascaron, die waren tief unten im Keller und sind jetzt wieder auf dem Höhenflug.

Also liebe Publisher und die, die es noch werden möchten, einfach mal Hosen runterlassen und Butter bei die Fische.

Das waren jetzt mal so ein paar Gedanken die mir zu dem Thema eingefallen sind auf die Schnelle, in wie weit Ihr davon jetzt vielleicht schon Gebrauch macht weiß ich nicht, sind eben so Einfälle, die sich mir als anspruchsvollem Kunden der Spieltiefe, Benurzerfreundlichkeit und Langzeitspielspaß in den letzten Jahren vermißt hat aufdrängen.

Webmaster
03-11-2004, 17:31
das sind schon gute ideen, die teilweise auch so genutzt werden von verschiedenen publishern.

nur wird ein spiel in seltenen fällen nur in der BRD verkauft, weswegen ein ID check via ausweis entfallen würde falls man nicht einen reinen nationalen betatest durchführen möchte, da zielgruppen sich in verschiedenen ländern anders zusammen bauen. was den deutschen gefällt, muss einem franzosen oder engländer noch lange nicht gefallen.
alternativ kreditkarten verifikation, da international verfügbar, was aber auch nicht gerade sehr vertrauensvoll ist ;(

eine kombination aus closed bugtracking (mail/webformular) und public discussion der (wichtigsten) auswertungen des bugtrackings ist auf jeden fall eine gute option, was auch so in groben zügen gehandhabt wird.

was auch helfen würde. den testern gezielte aufgaben stellungen zu geben, eine art checklist, die man verifizieren kann. wobei es immer zusätzlich einen freien feedbackkanal gibt, der wiederum in die konzeption der checklisten miteinfliessen muss.

egal, wie man sowas angeht, es bedarf nicht gerad wenig planung und kontrolle. die frage ist halt, wie diese energie und kosten sich in verkaufszahlen äußern können. aus dem bauch raus, würde ich sagen, gut. aber würden alle auf meinen bauch höhren, sähe die welt anders aus *G*

Seekuh-9te
03-11-2004, 18:50
Schon klar, aber ich hab mal irgendwann von meinem alten Ausbilder den Spruch aufs Ohr gedrückt bekommen "Mut zur Lücke", sicher ist in der Welt garnichts und wenn man nicht mal was riskiert, wird man nie erfahren wie die Auswirkungen sind.
Oder um es mal mit Calmund zu sagen, "erspart mir Euer schlaues Unversitätgeblubber und zeigt das ihr was drauf habt"
Die Problematik in den meisten Unternehmen ist nun mal, daß haufenweise studiertes Volk mit gutem theoretischen Wissen in den leitenden Funktionen sitzt aber keiner wirklich Praktiker ist, das kannst ja in allen Branchen mittlerweile beobachten. Ist wohl auch mit ein Grund warum Leuten wie mir schon das Messer in der Tasche aufgeht, wenn sie den Titel Produktmanager irgendwo lesen. :D.
Zu den Geschmäckern in den unterschiedlichen Nationen, da sehe ich persönlich nicht mal so die großen Unterschiede, denn schau mal hier in englische Forum und vergleichs mit dem deutschen und Dir werden durchaus ähnliche Geschmäcker auffallen, habe dies auch bei anderen Games mitbekommen. Ich verfolge z.B.: seit Jahren die deutschen wie auch die englischen Communities zum Thema maritime Simulationen und auch da findet man die gleichen Geschmäcker.
Gravierende Unterschiede findet man meiner bescheidenen Meinung nach eher in den Altersgruppen und wenn ich jetzt wieder mal die Altersgruppe als Beispiel nehme zu der ich mich zähle, was mir auch immer wieder in TS Gesprächen auffällt, hast Du doch ein sehr einheitliches Gesamtbild zum Thema "Müll" was die letzten Jahre auf den Markt kam in Sachen Benutzerfreundlichkeit, Langzeitspielspaß und Spieltiefe. Dies liegt aber mit Sicherheit auch daran, daß die Kids heute doch schon sehr geprägt sind durch die Absatzpolitik der Publisher der letzten Jahre, da sie nie was anderes, meiner Meinung nach besseres erleben durften.
Und da sollte mal derjenige anfangen zu überlegen, der in Zukunft auch weiterhin gute Geschäfte machen möchte, denn die Kids haben nicht die Kohle wie die ältere Generation, und die heutigen Kids werden irgendwann auch ruhiger und kommen ins gesetzte Alter wo sie anfangen zu überlegen und sich sagen werden, warum soll ich mir ein Game für 5 Tage Spaß kaufen, mein teures Geld dafür aus dem Fenster werfen, wenn vielleicht 3 Häuser weiter einer das Problem erkannt hat und ihnen Games liefert an denen sie längerfristig mehr und längeren Spaß haben.
Was ich persönlich jetzt bei SF als eines der größten Probleme ansehe, SF ist für meinen Geschmack sehr "multiplayerfeindlich" veranlagt. Und Multiplayer ist nun mal inzwischen daß was ein großer Teil der Community serienmäßig fordert, und zwar in der Form wie der SP auch ist und nicht so wie jetzt bei KoH wieder geschehen.
Stell Dir vor in nem 2. WK Shooter könntest anstatt auf der ganzen Map zu zocken nur auf ner Schießbahn Handgranatenweitwurf absolvieren im MP, daß wäre dann ähnlich unpassend.

Webmaster
03-11-2004, 19:14
um es gleich mal vorweg zu nehmen. ich bin nur die executive und designe weder die spiele noch konzeptioniere ich die betatests. sofern webaktivitäten anstehen bin ich mit an bord und mische mich ein. anders herum bin ich interface, um wichtige informationen weiter zu reichen. was ich mit dem artikel und diesem thread sicherlich machen werde ;)

als individuum ist "mut zur lücke" recht einfach. als unternehmung muss da nen bisserl mehr sicherheit und abwägung passieren, bevor ein innovationssprung pasiert. was wohl ein typisch deutsches phänomen ist ... ;(

communities sind nicht communities und von einem beispiel auf die gesamtheit schliessen ist nicht gerade wissenschaftlich. deswegen gibt es ja die marktforschung. was aktuell auch betrieben wird. das wir eine bessere vernetzung statt finden muss, liegt auf der hand. der kunde wünscht ein gutes produkt, je mehr der hersteller die bedürfnisse befriedigen kann, desto mehr verkauft er. so einfach wäre es eigentlich. nur müssen aufwand und nutzen in vernünftigen relationen liegen.

zum thema kids. die waren/sind weder bei anno alleine die zielgruppe gewesen (habe die gerade vor mir liegen und darf damit jonglieren) noch für KoH. zumal jede altergruppe in die nächste übergeht und eine neue nachkommt (lineare zeit). was aber heutzutage auf jeden fall beachtung haben muss. ist die kaufkraft und der kaufwille, der einzelnen zielgruppen segmente. es wird subjektiv alles teurer und es gibt viele konkurrierende produkte aus unterschiedlichen bereichen, die um die gunst des euros buhlen (musik, filme, spiele, ausgehen, mobile, ...).

multiplayer ist sicher eine geschichte für sich. 1602 hat einen, 1503 ist jedem bekannt, koh engine technisch drauf ausgelegt, wurde aber als single player konzeptioniert und anno 3 wird ihn definitiv haben (darauf wird ein besondere fokus gelegt). es ist eben eine design frage und die community gibt es in diesem falle auch nicht unbedingt. denn wir in dem artikel auch erwähnt, die lautstärkste gruppe, ist nicht immer die mehrheit.

leider ist man im nach hinein immer schlauer. ein KoH europe mutliplayer wäre sicherlich sehr kewl. aber ist im moment halt leider nicht geplant. mal sehen wie die resonanz für KoH ist mit erscheinen des patches ... unmöglich ist es sicherlich nicht.

allerdings ist multiplayer coding technisch halt auch eine gute herausforderung! wie an andere stelle schon mal erwähnt, gibt es kein standard-ich-baue-mir-eine-multiplayer-anwendung, die möglichst stabil und laggfrei ist.

Seekuh-9te
03-11-2004, 20:16
Sehe ich teilweise ähnlich wie Du, nur bei dem Punkt Marktforschung weiche ich dann doch etwas ab, Marktforschung gut und schön, kommt nur immer drauf an wie man das betreibt, mag bei Gurkenmasken und Haarfärbemittelt wunderbar funktionieren, nur bin ich der Meinung das gerade bei Software die Sache auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtet werden sollte. Marktforschung hört sich für meinen Geschmack sowieso schon wieder viel zu hochschulmäßig an, lass es uns vielleicht einfach Bedarfsermittlung nennen, und bei Bedarfsermittlung meine ich persönlich den Bedarf des Kunden und nicht den des Unternehmens, wird leider von manchen Branchen immer wieder falsch verstanden dieses Prinzip.
Unbestritten bleibt wieder das am Ende das Unternehmen nicht jedesmal drauflegen darf.
Denn der wirkliche Kunde zahlt gerne für ein Qualitätsprodukt auch ein paar Euro mehr, wenn er weiß das er was gutes bekommt., das kannst auch durch alle Branchen verfolgen, sei es jetzt der Heizkörper im Baumarkt im Vergleich zum Heizkörper aus dem Fachhandel, der Anzug vom Wühltisch im Vergleich zum Anzug von Designer, die schadenshäufige Versicherungssparte vom Direkt-Versicherer im Vergleich zum Produkt von ner Gesellschaft wo ich an jeder Ecke nen Vertreter sitzen habe auf den ich im Schadensfall sofort zurückgreifen kann, oder im Spielebereich vor Jahren das gute alte Colonization was zu damaligen Zeiten 120 DM kostete während andere weniger gute Games nur 90 DM kosteten.
Der Kunde fordert heute wieder das, was vor einigen Jahren noch völlig normale Standarts waren, nämlich Qualität und guter Service und letzteres läuft oftmals hauptsächlich über die persönliche- und Gefühlsschiene, was ich damit sagen will, der Kunde muß sich als König oder Chef im Ring fühlen und nicht als Opferlamm oder Bittsteller.
Aber dazu braucht man verkäuferisches Geschick und Feingefühl, sowas lernt man auf keiner Uni, sowas lernt man nur draußen an der Front sprich im direkten Kundenkontakt, was ich damit ausdrücken möchte ist, daß die Unternehmen vielleicht wieder von ihrer Geilheit auf Hochstudienabsolventen für Führungspositionen abkommen sollten und lieber wieder Leute anheuern die außer dem Studium auch noch praktische Erfahrungen aufweisen können, denn was nützt einem Unternehmen ein Diplom Wirtschaftsingenieur, der die elementaren kaufmännischen Grundbegriffe nur vom Papier her kennt, aber nie die Erfahrungen gemacht hat die jemand machen durfte der einen kaufmännischen Beruf von Grund auf erlernt hat und durch alle Abteilungen gelaufen ist und zwar nicht als Chef, sondern als der Ars.... vom Dienst.
Sind meine Erfahrungen die ich in etlichen Jahren Vertrieb gemacht habe, habe hunderte hochbezahlte Uninieten kommen und gehen sehen, gehalten hat sich kaum einer von denen.
Denn Du weißt ja nur Häuptlinge geht nicht, man braucht auch Indianer. ;)

Ist ein nettes Thema, gefällt mir irgendwie. :D