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View Full Version : Schwabe werden leicht gemacht :D


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Lavalon
17-11-2004, 20:21
Vorweg, ich bin selber ein waschechter Schwabe. Auch wenn man uns nachsagt, wir hätten keinen Humor, stimmt das nicht so ganz. :D

Sie wollen Schwabe werden? Folgende Punkte erleichtern die Integration ungemein:

Versuchen Sie unbedingt, die schwäbische Sprache zu verstehen.
Wenn Sie auf der Strasse einen gelernten Schwaben nach der Uhrzeit fragen und die Antwort "Femfvordreifirdelneine" erhalten, dann sollten Sie wissen, dass 8:40 Uhr gemeint ist. Erwarten Sie von einem Schwaben nie, dass er Hochdeutsch spricht, denn er wird überzeugt sein, mit Ihnen bereits in bestem Hochdeutsch zu parlieren. "Feschdgemauerd in där Ärdn, schdähd die Form aus Lähm gebrannd", ist also die Hochdeutsche Version von Schillers Glocke aus dem Munde einer schwäbischen Lehrerin.

Eine Schwabe wird Ihnen ewig böse sein, wenn Sie sein
Hochdeutsch bemäkeln, wird doch sein latentes
sprachliches Minderwertigkeitsgefühl angesprochen.
Bleiben Sie auch ernst, wenn im Eifer des Gefechtes
schwäbischer Dialekt 'verhochdeutscht' wird, zum Beispiel:
"Warum henken Sie den Riassel so herunter?" oder
"Gleich werd' ich narret!" oder "Täten Sie mir bitte das
Salz romgäben?"

Sprechen Sie nie selbst schwäbisch!!
Beim Versuch schwäbisch zu schwätzen, erkennt sie ein Schwabe schon bei der ersten Silbe als Nichtschwaben und reagiert sehr ungehalten. Wird er doch immer denken, Sie wollen sich über ihn lustig machen. Außerdem werden Sie nie fehlerfreies Schwäbisch hinbekommen, wenn Sie nicht hier aufgewachsen sind. Worte wie "hälenga" (heimlich), "oagnähm" (unangenehm) oder "Olaaga" (Parkanlagen) sind
die typischen Stolperfallen. Zudem "hagelt" der Nichtschwabe über latente Unlogik, wie "där Buddr" (die Butter), "heb dees môl" (halt das bitte fest) oder "henderschefirre denga" (verquere Gedanken).

Nehmen Sie die Kehrwoche bitterernst!
Bei diesem schwäbischen Ritual samstäglichen Putzwahns werden Sie von allen Nachbarn am Anfang argwöhnisch beäugt, wie Sie es mit dem Putzen halten. Lesen Sie die Hausordnung intensiv durch und fragen am besten bei den Nachbarn nach, ob es irgendwelche Besonderheiten gibt. Sie wandeln auf einem sehr schmalen Grat! Putzen Sie zuviel, wird es heißen "Dia wellad ons wohl zoiga, dass mir Dreggsäu send?", bleiben aber Flächen ungereinigt, werden sich die Nachbarn zuraunen "Dia miassad's buddza au no lärna!".
Wichtig ist es vor allem, die Kehrwoche öffentlich durchzuführen, wischen Sie daher am besten die Treppe zu Zeiten, wenn alle das Treppenhaus benützen. Stöhnen Sie dabei leise vor sich hin, wirkungsvoll sind einige Wassertropfen als Schweißersatz auf der Stirne. Knallen Sie den Schrubber lautstark in alle Ecken, damit jeder im Hause hört, dass hier "anschdändig" gearbeitet wird. Stauben Sie wöchentlich sämtliche Einmachgläser, die im Keller herumstehen, ab, die leeren auch von innen! Ferner wird der Velourteppich nach dem Staubsaugen mit einer speziellen Bürste von den Streifen befreit, die die Rädchen des Staubsaugers hinterlassen haben.

Beschäftigen Sie sich mit schwäbischem Essen!
Entdecken Sie alles, was typisch Schwäbisch gilt: "Bräza" (Brezeln), "Laugawegga"
(Laugenbrötchen), "Roschdbrôôda" (Zwiebelrostbraten), "Lensa medd Soida ond Schbädzla" (Linsen mit Spätzle), Gaisburger Marsch, "Saure Nierla" (Nierchen in dunkler Sauce) und "Kuddla" (Kutteln). Sie müssen in der Lage sein, den schwäbischen Kartoffelsalat auf dem Teller mit dunkler Bratensauce zu verrühren und das optisch unansehnliche (aber geschmacklich tolle) Gemisch mit Genuss zu essen. Auch dürfen Sie Spätzle mit Kartoffelsalat nicht um den Schlaf bringen oder ein Zwiebelrostbraten auf Sauerkraut mit einer Maultasche.
Lernen Sie von Suppen satt zu werden! Der Schwabe liebt Suppen und könnte sich ohne weiteres ausschließlich von Flädle-, Riebeles- oder Nudelsuppe ernähren.
Trinken Sie Württemberger Rotwein, auch wenn der ihnen am Anfang sehr trocken und (manchmal) dünnflüssig vorkommen sollte. Der Schwabe liebt es, für seinen Wein gelobt zu werden. Sollte Ihnen der Wein nicht zusagen, dann jammern Sie bei jeder Gelegenheit laut darüber, dass er ja so schwer zu bekommen sei.

Akzeptieren Sie die 'schwäbische Seele'!
Ein echter Schwabe wirkt immer sehr unfreundlich. Dieser raue Ton verbirgt aber nur tiefgehendere Gedanken und die latente Zerissenheit der schwäbischen Seele. "So isch nô au wieder" sagt der Schwabe und meint damit die Tatsache, dass alles zwei Seiten hat. Und weil nun der Schwabe alles von zwei Seiten betrachtet, dauert es einfach länger, bis er zu einer Entscheidung kommt.
"Dia vom grossa Vaddrland dooba schwäddzad schnellr als miir dengad.": viel vorschnelles
Wortgetöse ist dem Schwaben ein Gräuel, er spart halt gerne, auch an Worten. "Hobbla", ersetzt daher vollkommen den Satz "Oh, tut mir sehr leid. Ich bitte vielmals um Entschuldigung für mein Versehen." Legen Sie einen schwäbischen Garten an.
Vor dem Haus eine öde Rasenfläche, die laufend auf 3-Tagebart- Höhe gehalten wird, umrahmt von einer noch öderen Ligusterhecke hinter einem dunkelbraun gestrichenen Jägerzaun. Die Hecke wird einmal wöchentlich gestutzt. Einziger Schmuck ist ein Gartenzwerg (Hochzeitsgeschenk vom Onkel) oder ein kitschiges Bambi
(Hauptgewinn auf dem Wasen)
Hinter dem Haus wird kein Blumenschnickschnack angepflanzt, sondern echte schwäbische
Nutzpflanzen: Breschdlinge (Erdbeeren), Gogommerle (Gurken), Grombiera (Kartoffeln) oder Treibla (Johannisbeeren). Alle verwertbaren Gartenerzeugnisse werden für schlechte Zeiten und/oder kommende Generationen aufbewahrt, also alles Obst wird zu "Gsälz" (Marmelade) oder Saft verarbeitet, das Gemüse eingeweckt (eigmacht) oder eingelagert.
Sollte wirklich ein Krieg drohen, wird Ihre Familie zu den ersten Kriegstoten gehören, einzig und allein durch den Genuss der selbsteingemachten (und dann abgelaufenen) Konserven.

Lernen Sie Geiz und Sparsamkeit zu unterscheiden!
Der Schwabe sucht stets den materiellen Besitz, ohne davon aber zuviel
Aufhebens zu machen. Wenn Sie also gerade ein "Häusle" für 1,5 Millionen Märker hingestellt haben, dann sollten Sie überall herumerzählen, dass Sie noch immer den Esstisch aus Ihrer Studentenbude benutzen. (Ob Sie darauf im Keller Holz streichen, interessiert in diesem Zusammenhang niemanden!)

Werfen Sie grundsätzlich nichts weg, was später noch einmal von Gebrauch sein
kann (oder auch nicht). Ein echter Schwabe würde z.B. nie String-Tangas kaufen,
weil er weiß, dass nur aus dem klassischen Feinripp-Modell nach 10jähriger
Benutzung die besten Putzlumpen entstehen. Relativieren Sie Finanzielles wie ein Schwabe:
•"Mir warrad a bissle am Meer" (Wir waren 4 Wochen mit einer gecharterten Jacht in der Südsee),
•"Dia Kärra brauchad emmr wenigr" (Ich habe mit gerade wieder eine neue S-Klasse bestellt),
•"Hennd Sia au dees vom neia Margd g'läsa?" (Mein Aktienbesitz hat sich gerade in Luft aufgelöst)

A baar Vokabla
Deutsch ---- Schwäbisch

Aber ja!--- Ha freile!
Ach was!--- Awwa
Da schaust du, was?--- Gell, do gloddsch!
Das geschieht ihm gerade recht!--- Des vrgonn i am!
Guten Tag!--- Griaß Godd!
Auf Wiedersehen--- Adee (Adele)
Wie ist ihr Name?--- Wia hoissad se glei?
Guten Appetit--- En Guada
Großen Durst haben--- vrdurschda
Feuerwehrhaus--- Schbriddzahaus
Heben, anheben--- lubbfa
Arbeiten--- schaffa
Pinkeln--- bronza
Reden--- schwätza
Ich spreche kein Schwäbisch--- I kah koi Schwääbisch
Ja ja,--- jo, haja
Nein--- noi, nai, hanoi
Tätest du, würdest du--- däätsch
Das ist...--- des isch...
Verflixt!--- Haidenai!
Ein Zugereister--- A Reigschmeggder
Eine Naschkatze--- a Schleggiche
Straßenfest--- Hocketse
So, jetzt--- sodele, jetzetle
Imbis--- Veschbr
Etwas--- ebbes
Herab, herunter--- raa
Herauf--- ruff
Hin--- noh
Heinein--- nai
Dachboden--- Behne
Brötchen--- Wegga

Vielleicht versteht ihr uns Schwaben nun ein wenig besser, falls es euch mal in unsere Gefilde verschlägt ;). Man sollte noch den Unterschied zwischen den Großstadtschwaben und denen aus den ländlichen Gebieten berücksichtigen. Einen richtigen Urschwaben findet man heute hauptsächlich auf der schwäbischen Alb und in den schon erwähnten ländlichen Gebieten. Da komm ich als Großstadtschwabe manchmal selber nicht mehr mit :D.

Tempest
18-11-2004, 01:26
LOL. Erinnert mich an einen schwäbischen Zimmergenossen beim Bund, der erzählte mal was von einem Nudelgericht namens "Bubespitzle". Das fand ich dann doch extrem. :)

Lavalon
18-11-2004, 17:38
Das ist kein Nudelgericht..lol. Bubespitzle sind gestampfte Kartoffeln. Dieses Mus wird dann zu Würstchen gerollt und diese dann in der Pfanne angebraten. Da die Länge nicht gerade üppig ist (wie die Schniedel von kleinen Jungen ;) ), nennt man sie Bubespitzle :D. Sodele, jetzt hast wieder was gelernt..lol. Dazu essen wir Schwaben übrigens gerne Sauerkraut. Schmeckt wirklich sehr gut, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden :).

Tempest
18-11-2004, 21:19
Hab nie behauptet es schmecke schlecht, ich fand nur die Namensgebung erheiternd. :)

Bora
25-11-2004, 12:54
noch was fürden wortschatz.
bin kein gebürtiger schwabe, aber ich probier's:

es wird heute noch regnen!--- huint kunz ge range!
verdammtnochmal!--- ****hagl!
das ist gut--- desch* guat!
das ist klar!--- desch klar!
nicht--- it oder itte
haben--- han
*desch = des isch--- das ist

bezeichnungen:
bagette ähnliches brot bestreut mit kümmel und salz--- seele
brötchen--- wecke
altes schwäbische wort für fahrkarte--- epiletle (findet man in einer strofe des liedes von der schwäbischen eisenbahn. lautet etwa wie folgt:
"auf der schwäbsche eisebahne wollt a mal a bäuerle fahre. geht zum schalter, lupft dr huat. epiletle, sind's so guat.")



sprichwörter, sätze, ausdrücke:

verdammtnochmal, der bauer möchte etwas zum essen--- ****hagl, dr baur mächt ebbes zum fresse

"sprichwort" für geldverschwendung. bezieht sich darauf das die bauernmagd die volle milchkanne verschüpttet hat:
hinfliegen geldverbiegen--- na fliage, geldverbiage.

da habe ich--- des han i (oder: hon i)
das habe ich nicht--- des han i it

ach herje!--- heidenei!
herrgott nochmal!--- hergottsak(g)!*
*habei ch mir erklären lassen. heisst sinngemäss übersetzt: "herrgott sage mir!"
kommt wohl aus einer sehr religiösen zeit, in der man sich die antwort "von oben" erhofft hat.

Abilgar
25-11-2004, 13:07
Wobei Bubespitzle kein Schwäbischer Begriff ist, sondern mehr in der Allemannischen Gegend gebräuchlich ist.
Meine (schwäbische) Frau hat das erst bei uns gehört, vielleicht wurde es mittlerweile schon ins Schwabenländle exportiert.
Sollen ja auch mal ein bissel Kultur bekommen... ;-)

Lavalon
25-11-2004, 17:22
Wie, wie sollen Kultur erhalten? lol. Wir sind die Erfinder der Kultur :D Und wenn wir grade bei Erfinder sind. Wenn es uns Schwaben nicht gäbe, würdet ihr heute immer noch in Lehmhütten wohnen und das Wasser aus dem Bach mit Eimern holen ;).

Abilgar
26-11-2004, 08:44
Lehmhütte ?!?! Wäre ne gute Idee, sollte meine Höhle verlassen und eine Lehmhütte bauen.

Was ist ein Eimer???

Kopf ins Wasser und saufen, oder geht#s auch anders?

Lavalon
26-11-2004, 17:21
Klar geht es anders. Kannst dir ja aus einem Schilfrohr einen Trinkhalm machen ;)

Lord Cool
26-11-2004, 19:17
ich mag dialekte und beherrsch sie auch fast alle. wenn sich ein schwabe aufregt dann könnt ich mich jedes mal totlachen...:lol:
einsaaame spitze :go:

Andrejz
27-11-2004, 00:15
ich mag dialekte und beherrsch sie auch fast alle. wenn sich ein schwabe aufregt dann könnt ich mich jedes mal totlachen...:lol:
einsaaame spitze :go:


Du kannst fast alle Dialekte -.-

also fangen wir mal an....

Sächsisch,
Hessisch,
Techisch,
Hunsrücksch
Schwäbisch,
Allgairisch
Nordisch,
Bayrisch,
Badensisch,
Berlinisch (ja gut sogar kennedy konnte das -.- )
Ostfriesisch

so das waren deutsche dialekte und da er bekanntlich fast alle kann gehts weiter.

Traditional Chinese,
Simplified Chinese,
Japanese,
Korean,
Britisch English, American English, Gentlemen English,
Russia, Russian Mafia Slang
Italian, Italian Mafia Slang
Schwizzer Dütsch,
Össisch,
Französisch mit sämtlichen Departements Dialekten und letzten endes

Politisch Dialekt (<--- ganz schwer zu verstehen)
Türkisch Deutsch (Ja Mann, hasstn problem is doch sooo, ey grins nich so blöd ich hau dir gleich eine aufs maul)
analphabeten Deutsch ( :silly: ey, äh, oh, ja, .... , was wolle ick jezz saaaachn???)


dann kommen noch die sprachen die garkeine sprachen sind:

-1337 (leet)
-01 (binär)
-a1 (hexa dezimal)
-†.¿½¬ (hyroglyphisch)



also mein freund ich muss sagen du bist sehr intelligent =P

Lord Cool
27-11-2004, 00:17
das hat ja nix mit intelligenz zu tun. außerdem kann ich ja nich alle

Henny
27-11-2004, 00:22
@Lord Cool: Ich hasse Dialekte und sprech keinen einzigen... :D

Lord Cool
27-11-2004, 00:27
jamei des mog hoid ned jäder.:D (das war bayrisch)

Henny
27-11-2004, 00:45
Danke!! :)
das das bayrisch war merk ich schon noch und ich mags wirklich nicht, bayrisch ist das Schlimmste! :D

Lord Cool
27-11-2004, 00:49
na und trotzdem bin ich stolz drauf n bayer zu sein
ich find dass die sachsen am schlimmsen sin.

Henny
27-11-2004, 00:52
Find ich nicht, aber was ich eigentlich genauso schlimm find ist hessisch und ich komm auch noch aus Hessen!!

Lord Cool
27-11-2004, 01:06
de hesse sin dou wegli net schlimm :D

Henny
27-11-2004, 01:09
Doch!!
und hier mischt sich das noch so komisch, manche "schwätze platt" und manche "orewällerisch" oder so ähnlich, sag ja das ichs nicht kann, aber ich find das sich beides scheußlich anhört!!

Tempest
27-11-2004, 01:23
Also sächsisch kann ich ehrlich gesagt auch nicht gut hören, bayrisch folgt aber dichtauf. Hessisch geht noch, aber allgemein mag ich so richtig heftige Akzente auch nicht. Bevor einer fragt: Ich komme ausm Sauerland (südliches Westfalen) und wohne in Südthüringen. Beide Regionen sind *relativ* akzentfrei (glücklicherweise :p), auch wenn es natürlich einige Spezialausdrücke gibt, an die man sich als Neuling erstmal gewöhnen muß. :)

Andrejz: binär und hexadezimal sind Zahlensysteme, keine Sprachen im kommunikativen Sinn des Wortes. Dann könnte ich auch dezimal als Sprache bezeichnen. Wenn ich Dir aber z.B. "15734" an den Kopf werfe, weißt Du dann was ich Dir mitteilen will?