View Full Version : [DE] d ... de ... denglisch ?!
Webmaster
18-01-2005, 17:59
http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,336842,00.html
Interessanter Artikel und Denkanstoß.
Meineserachtens aber etwas übertrieben.
Ein "Kompaktschallplattenspieler" kann doch als CD-Spieler bezeichnet werden.
Oder?
Anders als die vorweihnachtliche Anzeige eines Discount-Supermarktes für einen Damenrasierer, mit dem man laut Angabe "gleichzeitig pflegen und shaven" konnte. :bash:
HappyAdolf
18-01-2005, 19:11
Wow, ziemlich verrückt :biggrin:
Ein ziemlich übles Beispiel für einen Anglizismus, der sich im Deutschen breitgemacht hat, ist z.B. die Wendung "in 2005". "In 2005 werde ich nach Australien fahren." :beek: Oder dieses dämliche "'s", das jetzt überall auftaucht, sogar als Plural-s: Tee's, Kaffee's. Aua! Meine Augen tun weh! Wo ist der Augenarzt?!!
Manche Anglizismen sind übrigens sehr gut versteckt. "Sinn machen"? Gibt's nicht. Das kommt vom Englischen "to make sense". Auf Deutsch heißt es aber: "Sinn ergeben".
Und es gibt sicher noch drei-, viertausend andere Beispiele...
Webmaster
20-01-2005, 09:42
die globalisierung kennt eben keine gnade! anglizismen sind out ;P
auf manche anglizismen muss man nicht unbedingt verzichten, gerade im IT und inet bereich. gab mal so eine trashige internetseite, da wurden auch deutsche begriffe vorgeschlagen, z.b.:
internet - weltnetz
browser - weltnetz erkunder
was spricht dagegen feststehende begriffe zu nutzen, wie internet und browser? klar sind dinge die sentra anspricht eher mau, da deutsch doch eine recht wortreiche und schöne sprache sein kann. oder das wort handy. aber es hat sich halt eingebürgert, wobei mote schon irgendwie lustig ist ;P
RoadRunner
20-01-2005, 09:59
Mich erinnert das ein wenig an die Zeit, als man "spazierengehen" durch "lustwandeln" und "Nase" durch "Gesichtserker" ersetzen wollte... :D
Inzwischen scheint sich das Blatt aber schon wieder ein wenig zu wenden. Die Werbung setzt mehr auf (schlechtes) Deutsch statt auf Englisch, Computer werden auch wieder Rechner genannt, und man lädt inzwischen auch Inhalte/Dateien/Musik (teilweise gepackt) herunter... ;)
Viel schlimmer finde ich, daß von hoheitlicher Seite gegen vernünftiges und verständliches Deutsch vorgegangen wird - mit der sogenannten Rechtschreib"reform".
Webmaster
20-01-2005, 10:03
naja, eine sprache entwickelt sich. würde man heute ins mittelalter reisen können, so würde man die dortigen deutschsprachigen menschen auch sehr schlecht verstehen.
aber die reform spiegelt nur die schriftsprache wieder!
Huch, geht's mal wieder gegen die sog. Anglizismen? Sagen wir also wieder "Leibesertüchtigung" statt "Sport"? :oogle2:
Und was ist mit den Franzismen ("Toilette", "Serviette", "Zigarette"), Arabismen ("Kaffee", "Algebra"), Aztekismen ("Schokolade") und überhaupt allen Fremdwörtern wie "Rose" (von lat.: rosa), "Fenster" (lat.: fenestra), "Lampe" (griech.: lampas) etc.? :naughty:
Nee, nee, bin gegen die Verteufelung von irgendwelchen Wörtern, sondern finde nur einfach, man sollte bewußter sprechen und mehr Sprachen lernen, dann kommt es gar nicht erst zu solchen Auswüchsen wie in unserer Werbung (wo ich selbst als Anglophoner mich immer häufiger frage, wofür da eigentlich geworben wurde) ... :gaga2:
Was die WG aber da macht, halte ich schlicht für Unsinn, denn mit der Erfindung neuer Wörter ist der Verständigung auch nicht gedient. Jedenfalls dürften sie erhebliche Probleme bekommen, wenn sie ihren CD-Spieler mal reparieren lassen wollen, und dem Techniker erklären, ihr "Kompaktschallplattenspieler" sei defekt. :bland:
Ich halte nix von solchen Aktionen. Meiner Meinung nach ist die Verenglischung unserer Sprache ein natürlicher Schritt auf dem Weg zur international gleichen Sprache. Und weil diese Sprache English sein wird, muss man sich besser jetzt dran gewöhnen bevor man in 30 Jahren womöglich niemanden versteht...!
Na Du hast Ideen, Jay... Da wär ich noch lieber für Esperanto als Weltsprache als für Englisch. Und das, obwohl ich Übersetzer Englisch/Deutsch bin. Englisch ist nämlich von seiner Struktur her nicht gerade die intelligenteste Sprache, und die Menschheit ist geistig schon "simpel" genug.
Es gibt einige Sprachen, die häufiger gesprochen werden als Englisch, nur das Englische hat den unbestreitbaren Vorteil, daß es a) Internetsprache #1 ist und b) unter den Zweitsprachen (also den gelernten Sprachen neben der Muttersprache) ebenfalls beliebteste Sprache ist. Einer "Weltherrschaft" des Englischen steht also nicht mehr viel im Weg. Ich muß aber zugeben, daß mir das nicht uneingeschränkt gefällt. Mir fällt allerdings auf, daß heutzutage praktisch alle Lied- und Filmtitel englisch gehalten sind. Das ist mir mal bei "Ice Age" aufgefallen, wo ich mich zum ersten Mal laut gefragt hab, warum der Titel nicht übersetzt wurde.
Soweit ich mich erinnere, gab es mal eine Zeit, wo Deutsch verbreiteter war als Englisch. Und noch vor wenigen hundert Jahren galt Latein als "die" Sprache schlechthin. Vielleicht sieht's in 200 Jahren wieder ganz anders aus. Die Amis müssen nur so weitermachen wie jetzt, dann kann's passieren, daß sie von Asien und Arabien geplättet werden, und wie's danach mit der Sprachverteilung aussieht, kann man nur mutmaßen.
@Webmaster: Interessant dabei ist, daß "Handy" eine deutsche Kreation ist :wink: Im Englischen sagt man "cell phone" bzw. "mobile phone". Komisch, nicht wahr? :smile:
Klar ist Englisch einfach. Aber das ist doch auch vielleicht ganz gut, damit es jeder Depp lernen und dann mitreden kann, oder? Also klar, wenn alle blöd sind ist das auch nicht gut, aber erstens muss man auch bei einer einfachen Sprache so'n bisschen denken können, und es wär doch irgendwie fies die nicht ganz so Hellen auszuschließen (hab heut meinen sozialen Tag...einmal im Jahr :biggrin: )
Die meisten lernen doch sowieso Englisch als Zweitsprache - müssen wir deshalb die deutsche Sprache so "verschandeln"?
(hört gerade, wie sich Goethe im Grab herumdreht...)
:bland:
Moryarity
21-01-2005, 09:24
Wir müssen unsere Sprache nicht verschandeln..aber es war doch schon immer üblich einzelne Wörter in die eigene Sprache einzugliedern...dagegen gibt es an sich auch nichts zu sagen...viel schlimmer ist doch der allgemeine Sprachgebrauch....
Und zu den Fiomtiteln...da werden manchmal auch aus englischen Titeln fürs deutsche Fernsehen andere englische Titel, wie zum Beispiel bei "born to die"..der im englischen "cradle to the Grave" hieß.....das ist doch total sinnlos......eigentlioch sollte man sich schon bemühen den Filmen und auch Büchern sinnvolle deutsche Titel zu geben..und bei "Ice Age" wäre das ja nun auch nicht sooo schwierig :)
Moryarity
21-01-2005, 09:26
Ein ziemlich übles Beispiel für einen Anglizismus, der sich im Deutschen breitgemacht hat, ist z.B. die Wendung "in 2005". "In 2005 werde ich nach Australien fahren." :beek: Oder dieses dämliche "'s", das jetzt überall auftaucht, sogar als Plural-s: Tee's, Kaffee's. Aua! Meine Augen tun weh! Wo ist der Augenarzt?!!
Manche Anglizismen sind übrigens sehr gut versteckt. "Sinn machen"? Gibt's nicht. Das kommt vom Englischen "to make sense". Auf Deutsch heißt es aber: "Sinn ergeben".
Und es gibt sicher noch drei-, viertausend andere Beispiele...
Und auch noch dazu: Lies doch mal die "Zwiebelfisch"-Kolumne von Spiegel online..die wird Dir gefallen :) jetzt auch als Buch erschienen: "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod"......ein sehr lustiges Buch über die Tiefen und Untiefen der deutschen Sprache :)
Ach Gottchen, was heißt denn das, "deutsche Sprache"? Wie jede Sprache eines Volkes, das mit anderen im Austausch steht, hat auch die deutsche Sprache im Laufe ihrer Geschichte immer wieder Wörter aus anderen Sprachen übernommen. Was ist das also anderes heute?
Sprachpuristen machen sich doch mit ihren Ersatzwortschöpfungen einfach nur lächerlich und, wie oben schon gesagt, tragen sie damit nicht gerade zur Verständigung bei. Ein krasses Beispiel sind ja die Franzosen mit ihrer alten Gesetzesinitiative zur Abwehr von Anglizismen, von der heute praktisch keiner mehr spricht. Dafür hat das bei ihnen aber auch zu massenweise Wortschöpfungen geführt, die selbst bei ihnen nicht allgemein verständlich sind, wie ich gestern gerade erlebte, als im französischen Anno-Board (http://www.annofrance.com/phpBB2/viewtopic.php?p=11787&highlight=laptop#11787) jemand fragte, was ein "laptop" sei, - diesen internationalen Begriff für den "ordinateur portable" (= tragbarer Rechner) hatte doch da tatsächlich ein anderer Franzose gewagt zu gebrauchen!
Nein, ich denke nach wie vor nicht, dass man pauschal gegen Anglizismen vorgehen sollte, sondern sich vielmehr Gedanken darüber machen sollte, wo und warum sie gehäuft verwendet werden. Zum Beispiel in der Werbung, wo natürlich mit fremdartigen Bezeichnungen ein Produkt interessanter gemacht werden soll (nur dass die Werbefachleute so manchesmal übersehen, dass der Sinn der Sache völlig verfehlt wird, wenn sie keiner mehr versteht... )
Moryarity
21-01-2005, 13:33
Nun ja...ich kann Dir da zustimmen, aber seltsam ist es doch schon, wenn wir ein Wort erfinden, dass englisch klingt, es aber nicht ist, obwohl es schon ein "deutsches" Wort dafür gibt..wie zum Beispiel "Handy" und "Mobiltelefon"...
Man muss ja auch nicht alles blindlings übernehmen....oft benutzt man doch die englischen Wörter einfach weil es wichtiger klingt als es in Wirklichkeit ist....und das ist doch irgendwie unnötig...
HappyAdolf
21-01-2005, 14:45
Klar ist Englisch einfach. Aber das ist doch auch vielleicht ganz gut, damit es jeder Depp lernen und dann mitreden kann, oder? Also klar, wenn alle blöd sind ist das auch nicht gut, aber erstens muss man auch bei einer einfachen Sprache so'n bisschen denken können, und es wär doch irgendwie fies die nicht ganz so Hellen auszuschließen (hab heut meinen sozialen Tag...einmal im Jahr :biggrin: )
Wenn Englisch schwer wäre, könnte kein einziger Amerikaner richtig sprechen, weil dort sowieso ale blöd wie Kot sind :biggrin:
RoadRunner
21-01-2005, 15:07
Ich würde nicht einfach grundlos ein ganzes Volk als blöd bezeichnen. ;)
Übrigens... Englisch empfinde ich durchaus nicht als leicht. Es ist leicht, mit Englisch anzufangen; man erzielt schnell Erfolge. Pidgin-Englisch oder Werbeenglisch mag insofern leicht sein - aber um richtig Englisch zu sprechen und zu schreiben, bedarf es schon einiger Anstrengung und harter Arbeit. Denk' nur an die Phrasal Verbs... ;)
Also dieses "in 2005" kotzt mich auch total an. Wenn es doch jahrzehntelang ohne das "in" ging, wieso kommt da einer drauf, das auf einmal mitzunehmen??? Oder hat da nur wieder einer ein Online-Übersetzungsprogramm benutzt? :biggrin:
Englisch wird allenfalls von Deutschen als leicht empfunden, weil sich beide Sprachen ähneln. Bei Franzosen sieht das schon ganz anders aus (wie ich z.B. bei meiner Frau dauernd hören muß :blueohh:), denen fallen naturgemäß die romanischen Sprachen leichter, - wobei übrigens ein Satz wie "Latein ist Sch..." schlichter Blödsinn ist und nur die Beschränktheit seines Urhebers widerspiegelt... :nono:
Außerdem können die "Amis" nun wirklich nicht ganz so blöd sein, denn m.W. sind sie immer noch die führende Nation in der Wissenschaft und diejenige mit den meisten Nobelpreisträgern.
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