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Betty
09-02-2007, 14:07
Ich denke, die Frage "Was ist Philosophie?" ist bei weitem nicht so essentiell, wie die Frage "Was bewirkt Philosophie?".

Und in dem Punkt bin ich einfach der Meinung, dass die Menschheit heute nicht dort wäre, wo sie (erkenntnistheoretisch?) ist, wenn nicht immer wieder herausragende Philosophen, die ja - wie bereits erwähnt - zu früheren Zeiten umfassender gebildet waren als heute, auf Missstände hingewiesen hätten, Denkanstöße gegeben hätten und ganz generell die Menschen immer wieder zum reflektierten Denken über sich und ihre Umwelt aufgefordert hätten. Und nur durch "krasse" Theorien oder das Vorhalten eines Spiegels ist es vielleicht manchmal erst möglich, den Manschen zum Reflektieren über sein Tun und sein Denken zu bringen, damit dann - jeder für sich und doch alle gemeinsam - eine Art Mitte ausgependelt werden kann, die sich aus Wissen und Denken ergeben hat.

Die heutige Philosophie ist - meiner bescheidenen Meinung nach - zu einem Konglumerat von Anhängern verschiedenster Denkrichtungen verkommen, die sich gegenseitig hochpeitschen mit Fragen wie "Warum lebe ich?" etc., und die die Antwort darauf nicht mit bloßem Nachdenken zu erlangen versuchen, sondern durch die Suche des passenden Zitats bei irgendeinem früheren Denker (ja, ich sage bewusst "Denker", denn Philosophen? Naja, ihr wisst ja...).

Und dass man so nicht vorwärts kommt, ist klar.
Die Frage dazu: Ist es denn tatsächlich nötig, vorwärts zu kommen? Und wo ist beim Denken überhaupt "vorwärts", wenn es doch inside stattfindet?

Angryminer
09-02-2007, 14:19
Oh, Danke für die Anmerkung. Mein Beitrag zur Philosophie bezog sich natürlich nur auf moderne Philosophie. Antike Philosophie ist eher eine Art Naturwissenschaft und sollte daher gesondert betrachtet werden.
(Genauer gesagt würde ich dafür Plädieren die Unterscheidung zu verdeutlichen indem man moderne Philosophie in Zeitverschwendung umbenennt, sodass die Dispziplin von Platon und Aristoteles nicht durch Menschen wie Heidegger in den Schmutz gezogen wird.)

Angryminer

Betty
09-02-2007, 14:28
:rofl:

Scherzkeks... :eviltongu

:wink:

LadyH
09-02-2007, 16:23
Jetzt könnt ich ja anfangen zu philosophieren und die These in den Raum stellen, dass aufgrund des Fehlens gebildeter, mutiger Denker unsere Gesellschaft geistig verarmt, denn uns fehlt damit das berühmte "Leittier". :scratch: Anstelle dieser "Denker" haben wir heute Menschen wie z.B. TV- oder Pop-Stars??

Hawk-Eye
10-02-2007, 00:24
Das nachstehende Thema sollte abschliessend beantwortet werden, da es hochinteressant ist.
Wenn ein Kreter sagt "alle Kreter sind Lügner",
lügt er dann, oder sagt er die Wahrheit?
Diese Aussage (Lügner-Paradoxie) stellt ein Problem der Unentscheidbarkeit dar.
Würde ein Grieche sagen, alle Kreter sind Lügner, wäre diese Aussage entscheidbar (entweder es stimmt, oder es stimmt nicht).Jede Aussage, die ihre eigene Falschheit besagt, kann nie falsch oder richtig sein. Sie ist unentscheidbar.
Es handelt sich um ein System, welches in sich nicht gelöst werden kann. Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte des Barons von Münchhausen, als er sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zieht. Nur etwas von außerhalb kann helfen. Ein System kann sich mit seinen eigenen Elementen nicht vollständig selbst beschreiben. Nur ein zweites, außerhalb stehendes System kann dies tun.

Quelle (http://www.bfg-bayern.de/ethik/Personen/goedelkurt.htm)

catt
10-02-2007, 00:28
Kannst du bitte mal die ganze Quelle angeben?

Nasenbaer
10-02-2007, 23:39
Es handelt sich um ein System, welches in sich nicht gelöst werden kann. Ein weiteres Beispiel ist die Geschichte des Barons von Münchhausen, als er sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf zieht. Nur etwas von außerhalb kann helfen. Ein System kann sich mit seinen eigenen Elementen nicht vollständig selbst beschreiben. Nur ein zweites, außerhalb stehendes System kann dies tun.

Vielleicht hat deshalb noch niemand die Lösung zur Zusammenführung der Relativitätstheorie und der Unschärferelation gefunden...? :eek: :scratch:

Hawk-Eye
11-02-2007, 00:50
Vor ca. 2000 Jahren wurden die zehn Gebote (Version 1.0) manuell auf Ton gekratzt (die erste Festplatte der Welt) und veröffentlicht. Vor 500 Jahren brachte Luther eine inhaltlich komplett überarbeitete und maschinell gefertigte protestantische Version (Release 2.0) heraus und grenzte sich damit von eingeschliffenen Unsitten (Ablasshandel, etc.) der katholischen Kirche ab.

Stellen wir uns vor, wir müssten die zehn Gebote neu schreiben. Was müsste man ändern, damit die Regeln in unsere Zeit passen? Ein gutes Beispiel ist Gebot Nr.: 3 Du sollst den Feiertag heiligen.

Einerseits soll an die Ehre Gottes gedacht werden, andererseits aber auch sollen die Menschen selber sich schonen. Dabei sollen Knecht, Magd, selbst das Vieh geschont werden und nicht arbeiten. Allerdings wird die Frau nicht extra erwähnt.Quelle und Kurzinfo zu den 10 Geboten (http://www.mdr.de/kultur/647735-hintergrund-661112.html#absatz2)
Danach müsste das Forum an jedem Sonn- und Feiertag geschlossen werden, da die Modis und Admins ja nicht ruhen dürfen, sondern arbeiten sollen. Es gibt unzählige Berufsgruppen, die zwangsläufig gegen das 3. Gebot verstossen müssen.

Wer die zehn Gebote nicht mehr genau kennt, hier eine Kurzfassung:

01. Du sollt keine anderen Götter haben neben mir
02. Du sollst den Namen des Herrn ... nicht missbrauchen
03. Du sollst den Feiertag heiligen
04. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren
05. Du sollst nicht töten.
06. Du sollst nicht ehebrechen.
07. Du sollst nicht stehlen
08. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden ...
09. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, ...

Hat jemand Vorschläge (Juristen unerwünscht), wie die Gebote formuliert werden sollten und ob man einige in ihrer Urfassung so lassen könnte. Einzige Bedingung: Es müssen am Schluss wieder zehn Gebote sein. :smile3:

Hier gibts was zu Essen (http://www.kloster-reute.de/inhalt51.html)

Nasenbaer
11-02-2007, 02:51
Die zehn Gebote... weia, ein heikles Thema...

Ich habe meinen ganz eigenen Glauben der in keiner mir bekannten Religion vertreten wird...
Leider tritt man mit so einer Einstellung oft anderen gewaltig auf die Füße, deshalb bin ich da mal lieber vorsichtig :eek:

Ich respektiere jede Religion und jeden Glauben den ein Mensch auf dieser unserer Erde haben kann... auch wenn ich manchmal nur den Kopf schütteln mag...

Warum Glaubenskriege... ? Christen z.B. kommen in den Himmel... Wenn die Ungläubigen bekehrt werden landen die vormals Ungläubigen auch da! Warum jemanden umbringen mit dem man dann später das Manna teilt.. ?
Warum kann denn irgend jemand so beschränkt sein jemand anderen zu töten weil derjenige an einen anderen Gott glaubt....?

Derjenige der nicht an den 'richtigen' Gott glaubt kommt doch dann eh in die Hölle, muß Sisyphosarbeit verrichten oder wird nicht wiedergeboren und wenn, dann als Kakerlake oder Nasenbaer...
Dann lasst den doch einfach machen, wird er dann schon sehen was er davon von hat...

Solagon
11-02-2007, 11:01
Und so kam es, dass ein kleines rotes Sofa seine imaginäre Umlaufbahn verließ und sich auf den Weg zum Planeten DMZ machte...

Weia, oh ja. Allerdings war es abzusehen, dass beim Thema Philosophie auch der Glaube und die Religion zur Sprache kommt.
Und dann gleich noch die 10 Gebote.
Allerdings bin ich der Meinung, das die 10 Gebote deutlich älter als 2000 Jahre sind und war da nicht von Steintafeln die Rede?

Jedenfalls habe ich schon mit dem ersten Gebot ein Problem.
Wenn Jesus Christus Gottes Sohn ist, müßte er doch auch ein Gott sein. Somit verstößt jeder Christ gegen das erste Gebot. Oder?

catt
11-02-2007, 11:35
Öhm... können wir nicht extra einen Religionsthread in der DMZ aufmachen? :scratch:

Naja, mal sehen was die Mods dazu sagen.

Ich für meinen Teil finde, daß ein Großteil der Gebote einfach nur Regeln sind, die ein friedliches Zusammenleben ermöglichen. Wär schön, wenn sich jeder dran halten wüde: Du sollst nicht töten, du sollst dir nichts nehmen was dir nicht zusteht, du sollst dir nicht durch Lügen einen Vorteil gegenüber anderen verschaffen...
Wenn sich alle dran halten würden, hätten wir eine ganze Menge Probleme weniger. Und solange wir die "paar Kleinigkeiten" nicht endlich überwinden (also nie) werden "die zehn Gebote" immer aktuell bleiben.

Hawk-Eye
11-02-2007, 12:20
Ahoi catt,

Öhm... können wir nicht extra einen Religionsthread in der DMZ aufmachen?
Ich bin gegen eine Verschiebung dieses Themas, weil:
...die Philosophie ein Gebiet ist, welches neben den Naturwissenschaften auch andere Bereiche, wie z.B. Ethik, Religion u.a. in seiner Wechselwirkung betrachtet.
...die Philosophie Brückenbau-Charakter hat. Weiter oben kannst Du verschiedene Beiträge von Mitgliedern lesen, welche sich darüber beklagen, dass sich die Disziplinen immer weiter voneinander abgrenzen.

Beispiel I: War es richtig, die Atombombe zu bauen? Hier sind die Disziplinen Physik und Ethik miteinander verzahnt. Würden die Physiker die Frage in Raum 1 Diskutieren und die Moralisten wären in Raum 2, wer könnte die Frage im Zusammenhang und abschliessend beantworten?
Beispiel II: Wie töte ich am effizientesten einen Menschen? Jeder, der gegen die Todesstrafe ist, wird diese Frage mit Abscheu betrachten und sich abwenden. Seine Moral steuert ihn. Menschen (so man sie als solche noch bezeichnen darf), welche für die Todesstrafe sind, gehen die Frage sowohl aus dem Blickwinkel des Biologen oder Chemikers an. Andere Richtungen können beliebig angereiht werden.

Angrenzende wissenschaftliche Disziplinen werden nicht als konkurierend betrachtet. Ist der Biochemiker nicht ein wunderbares Beispiel dafür, oder die Wirtschaftsinformatik? Wenn ich eine Wissenschaft mit Ethik verknüpfen kann, dann sollte man auch Ethik mit Religion verknüpfen können. Darüber nachzudenken und zu diskutieren, Meinungen auszutauschen und andere Blickwinkel wahrzunehmen, das ist Philosophie.

Und da es bisweilen längere Diskussionen gibt, hat uns Betty ein Sofa in den Raum gestellt (11. Gebot: Du sollst nicht stehen). :wink:
--
Hallo Solagon

Wenn Jesus Christus Gottes Sohn ist, müßte er doch auch ein Gott sein?
In der Bibel wird Jesus als der Sohn von Gott Abraham und als sein Stellvertreter auf der Erde bezeichnet. Er ist nicht Gott. Im Koran wird der Stellvertreter von Gott Abraham als derPhrophet Mohammed bezeichnet. Beide Religionen sind sich einig, dass es nur einen Gott (Abraham) gibt.

Gruss :smile3:

Angryminer
11-02-2007, 12:28
Ich glaube was catt meint ist, dass ihr hier Theologie betreibt, und euch deswegen auf Theolosofa bewegen solltet, was ihr z.B. im DMZ aufstellen könnt.

Angryminer

catt
11-02-2007, 12:54
Besser hätte ich es nicht sagen können!

Hawk-Eye
11-02-2007, 13:06
Grüss Gott,

Ich glaube was catt meint ist, dass ihr hier Theologie betreibt, und euch deswegen auf Theolosofa bewegen solltet, was ihr z.B. im DMZ aufstellen könnt.
Warum sollte ich in einem Theologie-Forum philosophieren? Es geht um das Philosophieren über eine (beliebige) Disziplin. Ich erwähne nochmals den Brückenbau-Charakter der Philosophie. Die Fragestellung nach der Neuauflage der zehn Gebote löst doch diese Diskussion gerade aus. Ich warte noch auf die Frage: brauchen wir überhaupt eine Religion?

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube! :smile3:

Betty
12-02-2007, 21:58
Und um mal spontan mit Goethe zu antworten:

"Grau mein Freund ist alle Theorie,
doch grün des Lebens goldner Baum."

Darum meine Frage:
Theologie ist vielleicht ein wenig überholt, aber: Was fehlt bei den 10 Geboten? Brauchen wir mehr?

Hawk-Eye
13-02-2007, 05:11
Gute Frage, Betty!

Was fehlt bei den 10 Geboten? Brauchen wir mehr?
Um den Überblick zu behalten und diese Frage zu beantworten, sollten wir vielleicht vorher die nicht mehr zeitgemässen Gebote streichen. Welche können gestrichen werden?
Die Gebote 1, 2 und 3 beschäftigen sich mit der Beziehung des Menschen zu Gott. Alle anderen mit der Beziehung der Menschen untereinander. Da nicht jeder Mensch an Gott glaubt, aber fast jeder seinen eigenen Glauben hat, auch wenn er keiner Religionsgruppe mehr angehört, können die Gebote 1, 2 und 3 gestrichen werden. Da jedem Menschen sein Glaube - eine andere Bezeichnung wäre Hoffnung (?) - wichtig ist, könnte das neue erste Gebot wie folgt lauten:
Du sollst den Glauben achten
Hiermit ist die Aufforderung an sich selbst gemeint, die Hoffnung nicht aufzugeben und auch den Glauben des Mitmenschen zu respektieren.

Nur mal so als Denkanstoss. Schönen Tag an alle :smile:

Hawk-Eye
18-02-2007, 23:03
... oder anders gefragt: Wie lange dauert die Gegenwart? Googelt mal mit dem Titel.

Ich behaupte, die Gegenwart existiert mathematisch nicht. Sie bildet nur die Grenze zwischen wahrscheinlicher Zukunft und realer Vergangenheit. Die Psychologische Definition von Gegenwart sagt einen Zeitraum von ca. 2,7 Sekunden aus, soll heissen: von einem Wimpernschlag bis zum nächsten (der "Augenblick").

prami
23-02-2007, 14:14
Ist noch ein Plätzchen frei oder bin ich zu spät ?
--
Wer hat eigentlich gesagt, das der Kreter welcher die Aussage traf, das alle Kreter Lügner seien, ein Kreter ist.
Er selbst ?
Wenn ja dan könnte dies ja eine Lüge sein.
Denn die Aussage, das Kreter lügner seien impliziert ja nicht das nicht auch andere lügen dürfen......

Im übrigen fiel mir diesbezüglich ein uralter Witz ein

Ein Mann traf eine Frau an einer geselligen Veranstaltung und wollte sich nocheinmal mit Ihr treffen. Als Einleitung bat er Sie, Ihm 3 Fragen zu beantworten, worauf Sie auch einwilligte (Der Smalltalk davor erspare ich mir ;-))
Seine erste Frage lautete: Werden Sie die nächsten Fragen ehrlich beantworten ?
Sie: Ja
Er: Wenn meine nächste Frage lautet "Wollen Sie morgen abend mit mir essen gehen?", ist Ihre Antwort die gleiche wie auf diese Frage ?

LadyH
23-02-2007, 14:23
...
Er: Wenn meine nächste Frage lautet "Wollen Sie morgen abend mit mir essen gehen?", ist Ihre Antwort die gleiche wie auf diese Frage ?
Sie: vielleicht :biggrin: